Betriebliches Gesundheitsmanagement – Darum sollten Arbeitgeber in die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter investieren

Actief Redaktion

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Etwa 6 von 10 Erwachsenen in Deutschland klagen über Burnout-Syndrome1, mehr als 16% leiden durchschnittlich unter Depressionen2. Krankheiten, die in der heutigen Gesellschaft zunehmend auftreten und am Arbeitsplatz trotzdem wenig Beachtung finden. Wir alle wissen: gesunde Mitarbeiter sind zufriedener und erzielen bessere Leistungen. Doch was können Arbeitgeber tun, um die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu fördern, psychischen Krankheiten entgegenzuwirken und die intrinsische Motivation nachhaltig zu steigern?


Betriebliche Gesundheitsförderung – Was steckt dahinter?

Work-Life-Balance hat sich zu einem DER Buzz-Words in der heutigen Arbeitswelt entwickelt. Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie rücken flexible Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten und das Wohlbefinden von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern noch mehr in den Fokus.

„Unternehmen unternehmen Gesundheit“, eine Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, setzt sich dafür ein, Gesundheitsförderung zu einer Managementaufgabe in Unternehmen zu machen. Das ist naheliegend, verbringen wir doch einen Großteil unserer Zeit am Arbeitsplatz.

Bisher setzen hauptsächlich größere Unternehmen auf betriebliche Gesundheitsförderung, was rund 58% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland zugutekommt. Kleinere und mittelständische Betriebe beschäftigen sich weniger mit dem Thema; sei es aufgrund fehlender finanzieller Mittel und Ressourcen, sei es aufgrund von fehlendem Know-how oder Interesse3.


Immer online – immer verfügbar

Beschäftigte werden heute vor umfassende Herausforderungen gestellt: Flexibel und produktiv sollen Mitarbeiter sein, über eine hohe Anpassungsfähigkeit verfügen und am besten auch ständig erreichbar sein4. Diese, teilweise sehr hohen Anforderungen von Arbeitgebern, bleiben nicht folgenlos: In der EU sind schätzungsweise 50 Millionen Menschen von Depressionen, Erschöpfung und Suchterkrankungen betroffen. Etwa 15 % aller Fehltage von Mitarbeitern sind durch psychische Erkrankungen begründet. Mit durchschnittlich 36 Tagen ist die Krankheitsdauer seelischer und emotionaler Erkrankungen fast dreimal so lang, wie die anderer Erkrankungen5.


Kommunikation als Schlüsselkompetenz

Der persönliche Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen kann vorbeugen: Auf diese Weise können Probleme frühzeitig kommuniziert und thematisiert werden. Fühlt man sich als Arbeitnehmer verstanden und zeigt der Arbeitgeber ehrliches Interesse am Wohlbefinden seiner Mitarbeiter, wirkt sich das nicht nur nachhaltig positiv auf die Zusammenarbeit, sondern auch auf die Gesundheit aus.


Gesundheit beginnt am Arbeitsplatz

Neben diversen Sportangeboten oder Entspannungskursen vor, nach oder während der Arbeitszeit, gilt es auch den Arbeitsplatz als solches so gesundheitsfördernd wie möglich zu gestalten. Für Bürojobs gilt: Rücken- und gelenkschonende Schreibtischstühle, der richtige Blickwinkel zum Monitor und die korrekte Tischhöhe sind ausschlaggebende Faktoren für einen gesunden Arbeitsplatz. Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit im Unternehmen kann hier helfen, die entsprechenden Maßnahmen umzusetzen.

Auch kein Geheimnis aber dennoch wichtig in diesem Zusammenhang: eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wesentlicher Bestandteil unserer Gesundheit. Auch hier können Arbeitgeber unterstützen: sei es durch frisches Obst und Wasser am Arbeitsplatz oder durch Kooperationen, die für einen gesunden Lunch sorgen. Das (gesunde) Sahnehäubchen: gemeinsames Essen stärkt den Teamgeist und fördert das Wir-Gefühl.


Flexible Arbeitszeiten & Homeoffice

Flexible Arbeitszeiten tragen dazu bei, dass Mitarbeiter freier in der Gestaltung ihres Tagesablaufes sind und damit automatisch eine ausgewogenere Work-Life-Balance haben. Die Option auf Home-Office steigert die örtliche Flexibilität. In Deutschland können rund 56% aller Arbeitsplätze zumindest teilweise ins Homeoffice verlegt werden6. Im März 2020 waren knapp 30% aller Beschäftigten überwiegend oder vollständig im Homeoffice anzutreffen7. Die Tendenz ist mittlerweile wieder leicht fallend, die grundsätzliche Option, mobil zu arbeiten, besteht bei vielen Unternehmen weiterhin.


Sportlich und steuerlich attraktiv

Während einige Firmen bereits ihre eigenen Fitnessprogramme anbieten oder ein eigenes Fitnessstudio besitzen, besteht alternativ auch die Möglichkeit entsprechende Förderungen für Mitarbeiter anzubieten und diese steuerlich abzusetzen. Hierzu können Rückenkurse, Bewegungsprogramme, Massagen oder Ernährungskurse zählen. Eine Überlegung wert: Mitgliedschaften in Sportvereinen oder allgemeine Angebote von Fitnessstudios werden steuerlich zwar nicht unterstützt, können aber auf Kulanz der Unternehmen trotzdem angeboten werden. Die Leistungen erfolgen zusätzlich zu dem Lohn der Mitarbeiter.


Gesundheit als Teil der Unternehmenskultur

Wir fassen zusammen: um gesundheitliche Maßnahmen in einem Unternehmen zu etablieren, sollten diese unbedingt fester Bestandteil der Unternehmenskultur sein. Ein geringer Krankenstand bedeutet nicht nur hohe Kosteneinsparungen für Unternehmen, sondern auch eine entspanntere Arbeitsatmosphäre für deren Arbeitnehmer. Die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter wird gefördert – weniger Fluktuation und steigende Prozess- und Arbeitsqualität sind die Folge. Ein positiver Unternehmensauftritt und ein überzeugendes und gelebtes Employer Branding runden das Vorteilspaket eines gesunden Arbeitsplatzes schließlich ab.




Quellen:

1: Theodor-Wenzel-Werk e.V.: Krankheitsbild Burnout.

2: Bundesverband AOK, Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Zahlen und Fakten über Depression.

3: Bundesministerium für Gesundheit: Chancen und Barrieren der betrieblichen Gesundheitsförderung

4, 5: Bundesministerium für Gesundheit: Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz

6, 7: Themenreport Corona-Datenplattform, Ausgabe Juli 2021, S. 4, 6.

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